Erste Trierer Rollenspiel Convention

Am 06.05.2017 fand die erste Trierer Rollenspiel Convention (TRICON) statt. Ausrichter war die Fachschaft Philosophie der Universität Tier. Für mich war das die Möglichkeit Mal wieder an einem Spieltisch zu sitzen, so ganz ohne Monitor und Mikro. Mir hat der Nachmittag sehr gut gefallen und ich hoffe auf eine Fortsetzung nächstes Jahr!

Ich muss zugeben, ich habe noch nie auf einer Rollenspiel Messe oder Con eine Spielrunde mitgespielt. Wir fahren jedes Jahr zur RPC nach Köln, aber immer nur einen Tag. Und den braucht man schon alleine um die Messe zu erfassen. Es hat sich also einfach nie angeboten.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass in Trier jemand das Heft in die Hand nimmt und eine Con auf die Beine stellt. Als Wahl-Trierer musste ich da ja schon aus Prinzip hin!

Überblick

Meine Befürchtung, dass sie die begrenzten Plätze nicht alle vergeben können, wurde zum Glück nicht bestätigt. Das Studihaus an der Universität Trier war proppenvoll und die meisten waren sogar pünktlich um halb vier nachmittags da (so viel Pünktlichkeit hätte ich online manchmal gerne und da muss ja niemand “anreisen”).

Die Spielrunde Auswahl war naturgemäß etwas begrenzt. Für eine Auftakt Veranstaltung fand ich die sieben angebotenen Runden jedoch eine starke Leistung. Hut ab für alle Spielleiter die hier Zeit und Herzblut geopfert und etwas auf die Beine gestellt haben!

Als man reinkam sah man schon die schön vorbereiteten Spieltische. Da waren Platzkarten mit Charakternamen, Handouts, Karten, Würfel und natürlich Snacks. Ich bin erst einmal zwischen den Tischen durch geschlendert und habe mir einen Überblick verschafft. Hut ab, die SLs haben sich sehr viel Mühe gegeben!

Auch bei der Organisation hat alles gestimmt. Das Team der Fachschaft hat neben Snacks und Getränken zu Studentenpreisen auch selbst gebackenen Kuchen und später Nudeln mit komplett selbst gemachter, extrem leckerer Gemüse-Tomaten-Soße angeboten. Die Location hatte eine angemessene Größe und trotz knapp 40 Teilnehmern die durcheinanderredeten, konnte man den SL meistens gut verstehen und hatte nie den Eindruck eingepfercht zu sein. Leider bietet des Studihaus kaum noch Raum für Wachstum, um Mal in die Zukunft zu blicken.

Apropos Runden: Es gab das DSA Abenteuer “Auf steinernen Schwingen” (leider als DSA 4.1, aber dass man hier keine Konvertierung machen will, ist verständlich), einen Cthulhu Tisch (schön in der dunkelsten Ecke unter der Treppe, wo das Stimmwirrwarr von oben etwas gedämpft wirkte), ein Star Wars Abenteuer (hier auch mit passender Technischer Unterstützung mit Tablet am Spieltisch), Turbo Fate (was mich persönlich sehr gefreut hat!), Numenera (das schneller ausgebucht war als ich meinen Stift zücken konnte) und Dungeons & Dragons (mit den aktuellen 5e Regeln und in der Spielwelt Eberron). Spielrunde Nummer sieben sollte Legend of the Five Rings sein, fiel aber leider krankheitsbedingt aus.

Am Spieltisch mit D&D5

Warum ich bei dieser Auswahl zu D&D5 gegriffen habe? Ganz ehrlich war ich eigentlich in der Hoffnung gekommen, Shadowrun 5 ausprobieren zu können. Da das nicht angeboten wurde, habe ich mir etwas gesucht, das ich schon selbst geleitet habe, aber nie so Recht froh mit meinen Runden war. Ich wollte sehen, wie ein anderer Spielleiter mit dem System umgeht. Mit Eberron wurde noch dazu eine mir unbekannte Spielwelt angeboten.

Wir saßen zu Beginn mit ganzen sechs Spielern am Tisch. Viel privat unterhalten haben wir uns nicht, dafür war jeder zu beschäftigt damit sich einen Charakter auszusuchen und zu verstehen, was da alles auf dem Bogen stand.

Unser Spielleiter hatte alles gut vorbereitet: Es gab sieben Charaktere zur Auswahl, alle jeweils auf Stufe 1 und 2 erstellt, für einen schnellen Level Aufstieg nach ein paar Stunden Spielzeit. Ich würde schätzen ich war der einzige Spieler mit D&D5 Erfahrung. Links neben mir saß ein D&D4 Veteran und ich denke zwei der anderen hatten zumindest irgendeine Edition in der Vergangenheit gespielt. Ein Spieler hatte seine Freundin mitgebracht, die wohl bisher nur kaum Rollenspiel Erfahrung gesammelt hatte.

Hier hat sich das bestätigt, was ich auch selbst bei meiner Frau festgestellt habe als ich sie mit an den Spieltisch genommen habe. Zunächst einmal ist es für Nichtrollenspieler nur schwer zu begreifen, dass der Kampf der zentrale Inhalt des Spiels ist. Gerade D&D gibt einem vor allem Sonderfähigkeiten, Zauber usw. an die Hand, die nur im Kampf zu etwas nutze sind. Hat man das erstmal geschluckt, geht es dann aber eigentlich und ich denke unsere Mitspielerin hatte, wie alle am Tisch, einige schöne Stunden.

Womit sie aber augenscheinlich nicht warm wurde, war die Würfelei und deren Unberechenbarkeit. Für mich der größte Pferdefuß an D&D ist die Unberechenbarkeit der Talentproben. Bei Stufe 1 oder 2 Charakteren ist der Bonus dafür, dass man in einem Talent trainiert ist, lediglich eine +2. Ist man jetzt noch im betroffenen Attribut halbwegs talentiert, kommen noch einmal +2 oder sogar +3 dazu. Unsere Top-Ermittlerin hatte also auf alle Untersuchen Proben Proben (Investigate) einen Bonus von +4. Und dann würfelt man einen W20. Also statt als völliger Amateur eine Ergebnisverteilung zwischen 1 und 20 zu haben, kommt man auf eine 5 bis 24. Im Durchschnitt ist man zwar besser, aber man kann sich nie auf seine Fähigkeiten verlassen.

Das Ergebnis war, dass unsere Mitspielerin irgendwann recht demotiviert eben das würfelte was man ihr sagte und sich dann um kurz nach acht entschuldigte und die Runde verließ. Das deckt sich so auch mit den Erfahrungen meiner Frau. Und dafür gebe ich zu großen Teilen dem System die Schuld. Irgendwann stellt sich bei den Würfen eben eine gewisse Beliebigkeit ein und es ist schwer das als SL mit guter Erzählung zu kontern.

Ohnehin schrumpfte die Runde recht stark zusammen. Hier spielte die fortschreitende Zeit die Hauptrolle. Ein später, recht langer Dungeon mit leider zu wenigen wirklich spannenden Räumen tat sein Übriges. Aber gut, das ist eben eines der “D”s in D&D. Statt einem Drachen mussten wir uns im extrem spannenden Endkampf gegen einen Vampir/Nekromanten und seine Schergen stellen. Hier konnte D&D seine Stärken als taktisches Rollenspiel voll ausspielen.

Vielen Dank an unseren Spielleiter für diesen schönen Abend. Ich finde D&D5 wurde hier gut eingefangen: Charakterspiel und nuancierte Charaktere am Anfang und in der Mitte und die Erkundung eines Verlieses und taktische Kämpfe gegen Ende. Die Geschichte war spannend und die Welt von Eberron brachte für mich einen frischen Wind in die Erzählung.

Leider bestätigten sich meine Vorbehalte gegen Dungeons & Dragons als System und ich bezweifle, dass ich so bald wieder den Zwanzigseiter in die Hand nehmen und auf eine 20 hoffen werde.

Fazit

Für mich war die erste TRICON ein sehr schönes Erlebnis. Endlich wieder Würfel in der Hand zu halten und um einen Spieltisch mit Karten, Charakterbögen, Chips und Bier zu sitzen, das hatte schon was! Etwas schade war, dass wir uns nicht die Zeit genommen haben auch mal Pausen zu machen und uns zu unterhalten. Ich hätte schon gerne meine Mitspieler kennen gelernt und ihr Fazit zur Veranstaltung gehört.

Was die Organisation angeht war ich schwer begeistert. Hier hat einfach alles gepasst. Ich hoffe nächstes Jahr wird es eine Fortsetzung geben. Wenn ja, bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei!

Ausblick

Soviel zum Offline-Spiel. Online gehen wir momentan bei Das Schwarze Auge mit großen Schritten auf das Ende des zweiten Abenteuers der Theaterritter Kampagne zu. Danach gilt es das Folgeabenteuer an den Start zu bringen und aufzuholen, was die anderen DSA5 Veröffentlichungen angeht. Und vielleicht sollte ich auch endlich weiter an den Spielberichten zum bisherigen Kampagnenverlauf schreiben. Und Blades in the Dark wartet schließlich auch noch auf den Ersteinsatz.

Bis dahin, viele Grüße

featherandsword / Michael


Veranstalter der TRICON war die Fachschaft Philosophie der Universität Trier (LINK). Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Blog Eintrags gab es leider keine offizielle Website oder einen Bericht zur Convention. Sollte ein solcher noch veröffentlicht werden, verlinke ich diesen später hier.

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