Persönliche Highlights der RPC 2017

Na ist ja Mal wieder typisch. Letztes Jahr bin ich mit vollem Geldbeutel zur RPC nach Köln gefahren und wollte das Geld auch wirklich unter die Leute bringen und habe wie immer nichts gekauft. Dieses Jahr war ich ganz ohne große Ziele mit meiner Frau nach Köln gefahren und nach Tag eins waren schon diverse Spontankäufe im Rucksack und als der voll war in diversen Plastiktüten gelandet.

Was ich alles auf der diesjährigen RPC gefunden habe und warum die Messe für mich mal wieder ein echtes Highlight war, lest ihr in meinem heutigen Blog Artikel. 

Schuld an der eingangs beschriebenen Misere ist allen voran Markus Plötz von Ulisses. Mir ist schon klar, dass unser Hobby ein recht kleines ist und dass selbst die „Schwergewichte“ der Branche ganz normale Leute sind. Trotzdem ist das schon komisch im Ulisses Stand zu stehen und sich mit den Leuten zu unterhalten, die Das Schwarze Auge, Aventuria und Co entwickelt haben. Wenn man die Chance hat, kann man sich direkt an der Quelle ein paar Infos abholen. Wir also hin zu Markus und gefragt „Was meinst du, sollen wir uns das Aventuria Megabundle mit allen Add-Ons holen?“. Ist schon klar, blöde Frage. Aber die Antwort war umso ehrlicher. Er hat aus dem eigenen Leben erzählt und warum er Aventuria so haben wollte, wie es heute ist. Ein Spiel, dass man auch zu zweit, z.B. mit dem Ehepartner spielen kann, nachdem die Kinder im Bett sind. Oder mit Freunden, die eben keine Zeit oder Lust mehr auf eine Pen and Paper Spielrunde haben. Für einen Abend an dem man würfeln und ein Abenteuer erleben will, aber sich auch nebenher unterhält und nicht einen Charakter mit Leben füllen muss (aber kann!). Und dann sagt Markus ganz selbstkritisch, dass Aventuria dadurch natürlich auch nicht ganz die Spieltiefe anderer solcher Spiele hat, das sei aber durchaus Absicht gewesen.

Kurzum: wir haben jetzt Aventuria mit allen Add-Ons bei uns im Regal stehen. Und sobald wir die ersten paar Mal gespielt haben, wird Markus auch das erbetene Feedback von meiner Frau und mir bekommen. Die Demo-Runde auf der RPC war auf jeden Fall sehr spannend (vielen Dank an unsere engagierte Demo Leiterin!) und hat Lust auf mehr gemacht.

Das sind die Momente für die ich unter anderem jedes Jahr zur RPC fahre. Und das ist das Schöne an unserem Hobby: Hier machen Spieler Spiele für andere Spieler.

Apropos Wir haben ein kleines Hobby: Das nächste Mal wenn ich Nick-Nack sehe, wird er gnadenlos in ein Gespräch verwickelt! Vielleicht ist sein YouTube Kanal noch klein, aber er macht sehr spaßige Videos und ich würde zu gerne wissen, wie er auf die Idee mit dem Kanal kam und wie es ist uns YouTube Business einzusteigen.

Weitere Beute vom Ulisses Stand waren die beiden neuen DSA5 Abenteuer „Unbezwingbare Wut“ und „Die Gunst des Fuchses“ und eine leicht abgestoßene „Gareth Box“. Aventuria war übrigens mein Geburtstagsgeschenk von meiner lieben Frau.

Im Gespräch mit dem Entwickler von Sternenschweif

Zweites persönliches Highlight der Messe war das Gespräch mit Christian Weinmüllner von den Crafty Studios aus Österreich. Er hatte einen Beta Build von „Die Nordlandtrilogie – Sternenschweif HD“ mitgebracht. Teil zwei der Nordlandtrilogie setzt viele der Dinge um, die sich die Community während der Weiterentwicklung von „Schicksalsklinge HD“ gewünscht hat. So haben es neue Charaktermodelle, ein detailliertes Kampfsystem, Steam Workshop Support und viele weitere kleine und große Verbesserungen ins Spiel geschafft. Nicht zuletzt wegen einer frühen geschlossenen Alpha und seit knapp einem halben Jahr einer offenen Beta in Form von Steams Early Access Programm.

Wir haben uns lange mit Christian unterhalten und konnten so ein wenig hinter die Kulissen bei den Crafty Studios schauen. Als Business Analyst habe ich auch mit Softwareentwicklung zu tun, aber eben eher mit Anwendersoftware und einem Unternehmen, dass für diese bezahlt. Bei einem Computerspiel sieht das natürlich ganz anders aus, vor allem, wenn man mit einem Kernteam von nur zwei Mann daran arbeitet! Dazu kommen einige Alphas: Spieler, die gerne an der Entwicklung teilhaben möchten und sich aktiv im Forum, beim Bugtesten und auch am Erstellen von Inhalten beteiligen. Im Prinzip sind das Modder, die aber von Anfang an an der Entwicklung teilnehmen, eng mit den Entwicklern zusammenarbeiten und so große Teile des Spiels mitgestalten. Die zwei Softwareentwickler können sich so ganz auf das Umsetzen von Features und die Softwarearchitektur konzentrieren.

Die beiden Entwickler haben viel vom ersten Teil gelernt. Nicht nur als Spieleentwickler, sondern auch im Umgang mit der Community. Christian erzählte, dass er heute auch etwas emanzipierter wäre und wenn ein Feature eben nicht umsetzbar sei (und das heißt in der Softwareentwicklung häufig „nicht mit sinnvollem Ressourceneinsatz umsetzbar“), dann würde er das heute auch genauso kommunizieren. Man könne, vor allem als kleines Team, eben nicht alles machen und manchmal müsse man auch mit einer Kompromisslösung leben.

Mit der Beta kann jetzt jeder in „Sternenschweif“ reinschnuppern und den Entwicklern über das Forum Feedback dalassen. Auf YouTube gibt es von Cho Jin ein erstes Let’s Play und schon dabei wird deutlich: Das Spiel steht in der Beta bereits besser da, als der Erste Teil bei Release. Auf die einzelnen Ruckler, die der mitgebrachte Build noch hatte angesprochen, meinte Christian nur, dass das genau der Feinschliff sei, an dem sie jetzt noch arbeiten. Bis auf einen Dungeon sind alle Inhalte im Spiel enthalten und die nächsten Wochen seien daher zur Verbesserung der Performance und zum Ausmerzen von Bugs vorgesehen. Der Release der Version 1.0 ist für Anfang Sommer diesen Jahres geplant. Wie man es von den Crafty Studios kennt, wird das Spiel aber auch danach mit regelmäßigen Patches versorgt werden und auch die Community hat bereits die ersten Mods in die Datenbank hochgeladen. Und ich, ich muss mich ran halten mit meinem Spieldurchlauf bei „Schicksalsklinge“, schließlich will ich pünktlich zum Start meine Helden in „Sternenschweif“ importieren und weiterspielen!

Am Ende sind wir dann noch etwas abgeschweift und haben Gelegenheit gehabt Christian auch persönlich kennenzulernen. Und das hörte sich ganz ähnlich an, wie es auch schon Markus Plötz erzählt hat: Verheiratet, Kinder und immer weniger Gelegenheit mit der alten Rollenspielrunde an einen Tisch zu kommen. Für Christian (und mich selbst) sind daher Computerrollenspiele oft die Alternative. Natürlich keine MMOs, sondern Einzelspieler Erlebnisse, die man im eigenen Tempo und nach eigener Zeitvorgabe erleben kann.

Ich wünsche Christian und den Crafty Studios in jedem Fall viel Erfolg mit „Sternenschweif HD“ und hoffe man sieht sich auf der nächsten RPC wieder. Vielleicht dann ja schon mit der Ankündigung für das nächste Spiel im Gepäck?

Beyond the Wall und andere Abenteuer

Am Stand von System Matters habe ich mir dann noch mein Komplettpaket „Beyond the Wall“ abgeholt. Seit diesem Wochenende ist das deutschsprachige Grundregelwerk endlich wieder verfügbar. Zusammen mit den neu erschienenen „In die Ferne“ und der Abenteuer Anthologie „Der König des Berges“ und der Schauplätze Sammlung, habe ich hier genug Old School Revolution um mich die nächsten Monate beschäftigt zu halten. Das Gesamtpaket hatte ich schon vor der Messe vorbestellt, System Matters hatte es aber ermöglicht seine Vorbestellung auch auf der Messe abzuholen.

Letzter Rollenspiel-Einkauf der Messe waren „Datapuls ADL“ und die Abenteuer Sammlung „Auf dunklen Pfaden“ für Shadowrun 5. Seit dem Oneshot Anfang des Jahres, hat mich SR5 nicht mehr recht losgelassen. Jetzt lese ich mich deshalb Mal in die Allianz Deutscher Länder ein und vielleicht gibt es dann doch Mal wieder einen Besuch in der Sechsten Welt.

Vielfalt statt Fokus

Der RPC wird oft vorgeworfen, sie sei nicht fokussiert genug und würde versuchen einfach alles zu machen. Für mich ist das aber eine der Stärken der Messe! Ich versuche mich Mal an einer Liste all der Teilbereiche, die es auf der RPC jedes Jahr zu sehen gibt (Reihenfolge willkürlich!): LARP, Tabletop, Pen and Paper, Cosplay, Computerspiele, Meet and Greets (YouTuber, Film/Fernsehen), Künstler (Maler, Zeichner, Comics, Mangas), Bücher (Autoren und Lesungen), Handwerk, Musik (sowohl live als auch z.B. Atmosphärisches), Schaukampf, Bogenschießen (so ganz ohne LARP) und sicher noch mehr Sachen, die ich gar nicht gesehen habe. Ich finde es einfach spannend Neues kennen zu lernen, auch wenn das vielleicht nur teilweise etwas mit meinen eigenen Hobbies zu tun hat. Die RPC ist eben eine breit aufgestellte Messe und ich glaube man hat den meisten Spaß, wenn man mit offenen Augen einfach durch die Hallen schlendert und diese Vielfalt auf sich wirken lässt.

Die hunderten aufwändigen und detailverliebten Kostüme der Cosplayer geben der Messe ein ganz eigenes Flair. Dazu kommen die vielen LARPer in nicht weniger aufwändigen Gewandungen (man bemerkt den Unterschied manchmal nur an den LARP Waffen am Gürtel). Beim Gang über die Messe habe ich an einem kleinen Stand in der unteren Etage der Halle einen wunderschönen Kunstdruck entdeckt und mitgenommen. An einem anderen Stand im Obergeschoss fiel mir (einem bekennenden Nicht-Leser) der Roman „Wyvern“ der jungen Autorin Veronika Sereotka in die Hände und dann in meinen Rucksack. Auch hier hat man immer Gelegenheit etwas über die Hintergründe zu erfahren, sich mit den Autoren/Künstlern/Machern auszutauschen und dadurch mehr zu sein als nur Kunde.

Ob wir im nächsten Jahr wieder zwei Tage fahren kommt ein bisschen auf das Spielrunden Angebot an. Für die Messe selbst reicht ein Tag durchaus aus, wenn man früh genug anreist und lange bleiben kann. Für eine ausführliche Proberunde oder ein ganzes Con Abenteuer bleibt dann aber nicht wirklich Zeit.

Ausblick

Bei mir ist jetzt die Old School Revolution ausgebrochen. Schon auf der Heimfahrt im Zug habe ich angefangen „Beyond the Wall“ zu lesen und bin bis jetzt positiv überrascht. Eigentlich zähle ich mich ja zu den Erzählrollenspielern. Das mich die OSR vielleicht doch in ihren Bann ziehen kann, hat mich selbst etwas überrascht. Da das Grundbuch klar auf den schnellen Spieleinstieg ausgelegt ist, sollte ich genau das in Kürze tun und einfach Mal drauf los spielen.

Bis dahin, viele Grüße

featherandsword / Michael

Advertisements

2 Gedanken zu “Persönliche Highlights der RPC 2017

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s